Forderung eines Bildungsgutschein pro Schulhalbjahr für alle Schüler

eingereicht von: Anke Czieslik , 07389 Wilhelmsdorf

Veröffentlicht am: 01.03.2021

Welches Ziel hat die Petition?

Die derzeitige Beschulung unserer Kinder erfüllt in keiner Weise die Vorlagen der Wissensvermittlung im vollem Umfang (nach Lehrplänen), aus diesem Grund ist es erforderlich entsprechend der Fähigkeiten der Kinder, besonders auch leistungsstärkeren Kindern zusätzlich Möglichkeiten zur Wissensvermittlung anzubieten, daraus ergeben sich Möglichkeiten die kostenpflichtig sind , monatliche Gebühren werden für Eltern fällig 20-50 €, mit diesem Bildungsgutschein in Höhe von 250,00 pro Schulhalbjahr könnten Eltern ,ihren Kindern diese funktionierenden Plattformen zur Vermittlung des erforderlichen Wissen entsprechend der Lehrpläne ermöglichen .

Welche Entscheidung wird beanstandet?

eingeschränkte Beschulung der schulpflichtigen Kinder, Wegfall Präsenzunterricht

Welche Behörde hat diese Entscheidung getroffen?

Bildungsministerium Land Thüringen

Wie wird die Petition begründet?

Vor der Corona Krise sind bereits bis zu 17% der vorgegebenen, zu leistenden Unterrichtsstunden pro Schuljahr ausgefallen durch Lehrermangel, hohen Krankenstand der Lehrer. Diese Wissenslücken über 2 Schuljahre des Gymnasium konnten in den folgenden nicht mehr aufgeholt werden, nun der Wegfall des Präsenzunterrichtes kann auch diese Defizite nicht kompensieren. Das Bildungsniveau sank bereits vor Wegfall des Präsenzunterrichtes . Ein leistungsstarker Schüler ist mit den aktuell durch Schulcloud, Videokonferenzen und gestellten Aufgaben in der Woche max 15 Stunden beschäftigt, es fehlen weitere 18 Stunden Vermittlung, Übung und Festigung des zu vermittelnden Wissen(laut Stundenpaln) . Aus diesem Grund sehe ich aus Sicht der Eltern dringenden Handlungsbedarf leistungsstarken Schülern zusätzlich ein Angebot zur Verfügung zu stellen. Da das Thüringer Bildungsministerium weder Eltern noch Lehrer, Schuldirektoren in jegliche Entscheidungen einbezieht , sehe ich als Instrument der Anregung diese Petition um einen Vorschlag an die Öffentlichkeit zu bringen im Interesse meines Kindes und weiterer leistungsstarker Schüler die aktuell in einem tiefen Loch der Hilflosigkeit ,Motivationslosigkeit und Perspektivlosigkeit allein zu Hause lernen müssen.

Richtet sich die Petition auf die Änderung eines Gesetzes? Wie und warum soll das Gesetz geändert werden?

Schulpflicht, einheitliche digitale Lernplattformen ,zentral über Land Thüringen zur Verfügung stellen für alle schulpflichtigen Kinder

Welche Rechtsbehelfe wurden in dieser Sache bereits eingereicht?

keine

Zwischenbericht

Abschlussbericht

Die Petition wurde am 1. März 2021 auf der Petitionsplattform veröffentlicht und im sechswöchigen Mitzeichnungszeitraum mit 18 Mitzeichnungen unterstützt. Da somit das in § 16 Abs. 1 Satz 2 Thüringer Petitionsgesetz vorgegebene Quorum von 1.500 Mitzeichnungen nicht erreicht wurde, hat der Petitionsausschuss von der Durchführung einer öffentlichen Anhörung in der Angelegenheit abgesehen.

Bei der abschließenden Beratung der Petition hat der Petitionsausschuss sowohl die Petitionsbegründung als auch eine vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport vorgelegte Stellungnahme berücksichtigt.

Im Ergebnis seiner Beratung weist der Petitionsausschuss darauf hin, dass die Landesregierung bereits viele Maßnahmen ergriffen hat, um die Bedingungen in der Bildung zu verbessern. Beispiele sind die Lehrergewinnungskampagne, die Einführung des Schulbudgets (Entlastung der Pädagoginnen und Pädagogen von zusätzlichen Aufgaben und dadurch mehr Unterrichtserteilung), die Einführung der Verbeamtung und die Anpassung der Besoldung der Pädagoginnen und Pädagogen.

Allerdings haben sich gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie verschärft. Sie wirkt wie ein „Brennglas“ für die Bildung und deren vielfältigen Ansprüchen.

In diesem Zusammenhang kann die COVID-19-Pandemie aber auch als Chance gesehen werden, Maßnahmen umzusetzen. So wurde innerhalb kürzester Zeit die Schulcloud zu einem thüringenweit nutzbaren Instrument entwickelt, die den Distanzunterricht damit unterstützt. damit. Dieser ist seit Beginn der Pandemie ein Schwerpunkt und wurde stetig weiterentwickelt. Mit dem Ziel, Voraussetzungen für die notwendige Qualität des Distanzunterrichts zu schaffen, wurden für Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler vielfältige Materialien zur Unterstützung und Begleitung des Prozesses erarbeitet, welche auf der Homepage des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport veröffentlicht sind.

Den Lehrerinnen und Lehrern kommt im Prozess der Vorbereitung und Umsetzung des Distanzunterrichts die Aufgabe zu, die Aufgabenformate und Anforderungen auf Grundlage der Ausgangslage der Schülerinnen und Schüler und deren Leistungsvermögen und Kompetenzen auszurichten. Durch gezielte Kommunikation und Nachbereitung der Ergebnisse aus dem Distanzunterricht treffen die Lehrinnen und Lehrer ihre Entscheidungen für die weitere Arbeit und in diesem Zusammenhang für Art, Umfang und Anforderungsniveau der Aufgaben für den weiteren Distanzunterricht. Sollten leistungsstarke Schülerinnen und Schüler an einer konkreten Schule unterfordert sein, so ist Kontakt mit der betreffenden Schule bzw. dem zuständigen Staatlichen Schulamt zu suchen, um hier eine Klärung des Sachverhalts herbeizuführen.

Durch bildungsunterstützende Angebote in den Sommerferien sollen alle Schülerinnen und Schüler flächendeckend die Möglichkeit erhalten, die Freude am Lernen wiederzugewinnen, im Distanzunterricht erarbeitete Inhalte zu festigen und zu erweitern oder auch neue Erfahrungswelten zu entdecken. Diese Angebote sollen von Lehrkräften oder externen Kooperationspartnern erbracht und unter anderem aus Mitteln des Schulbudgets finanziert werden.

Die angesprochene Begabungsförderung ist in Thüringen fest etabliert. Um dem Anspruch einer ganzheitlichen Förderung aller Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, bietet das Thüringer Schulsystem eine Vielfalt an Schularten und setzt auf die Durchlässigkeit der einzelnen Bildungsgänge. Forder- und Fördermaßnahmen, die sich an den Interessen, Fähigkeiten und Neigungen eines jeden Kindes und Jugendlichen orientieren, dienen der Entfaltung und Entwicklung von Begabungen. Besonders begabte und leistungsfähige Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, Spezialgymnasien, Spezialklassen oder Schulen mit besonderem Profil zu besuchen. Zudem stehen weiterführende Angebote zur Verfügung, so zum Beispiel Wettbewerbe und Olympiaden, Korrespondenzzirkel und Schülerforschungszentren.

Im Ergebnis der dargelegten Maßnahmen vertritt der Petitionsausschuss die Auffassung, dass Schülerinnen und Schüler neben dem schulischen Unterricht unterschiedliche Möglichkeiten haben, an zahlreichen außerschulischen Angeboten teilzunehmen, die nicht nur ihren Begabungen, Neigungen und Interessen entsprechen, sondern sie auch bei der Entwicklung ihrer besonderen Potenziale, Fähigkeiten und Fertigkeiten unterstützen. Diese Angebote sind kostenfrei.