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Gute Lehre an der Universität unter Mindestlohn? Nicht mit uns!

In Beratung
377 Mitzeichnungen
  • Ausbildung & Beruf, Bildung & Jugend
  • Gesamtthüringen
  • eingereicht von Florian Hellbach
    aus 07743 Jena
  • veröffentlicht am 20.10.2025

Welches Ziel hat die Petition?

Für eine gerechte Bezahlung Lehrbeauftragter an der Universität! 

Gerechte Erhöhung des Honorars, Transparenz in der Vergabe von Lehraufträgen und der Reduktion der unbezahlten Titellehre für Privatdozierende! 

Ein Teil der Lehrveranstaltungen an der Universität wird neben den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und Professor*innen von Lehrbeauftragten gedeckt. Als Lehrbeauftragte führen wir jedes Semester auf Honorarbasis Lehrveranstaltungen an Thüringer Hochschulen durch und tragen mit unserer wissenschaftlichen Expertise zur Sicherung der Qualität und Quantität der Hochschullehre bei. Dabei sind unserer Seminare oftmals nicht nur 'Bonusseminare', sondern fester Bestandteil des Curriculums und verpflichtende Einführungsveranstaltungen. Mehrere hundert Personen befinden sich in diesem Arbeitsverhältnis mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Die Situation der Lehrbeauftragten ist mehr als prekär. Lehraufträge werden von Semester zu Semester vergeben, oftmals auf Basis intransparenter institutsinterner Prozesse. Eine Gewissheit im nächsten Semester wieder einen Lehrauftrag zu erhalten besteht nicht. Teilweise werden bereits zugesagte Lehraufträge kurz vor Semesterbeginn wieder zurückgenommen. Bezahlte Krankentage, Teilhabe an der universitätsinternen Kinderbetreuung, Sozialversicherungsbeiträge – von all dem sind Lehrbeauftragte ausgenommen. Die Honorare dabei sind geradezu absurd niedrig. Eine Lehrbeauftragte mit Master-Abschluss erhält an der Universität Jena 870 € für die Durchführung eines Seminars mit 30 Semesterwochenstunden (1 Seminarsitzung à 90 Minuten pro Woche= 2 SWS). Die Vor- und Nachbereitung der Seminarsitzungen werden dabei nicht vergütet: Die Veranstaltungskonzeption, die Sitzungsplanung, die Kommunikation mit Studierenden, die Einrichtung von Online-Ressourcen (Moodle), die Betreuung der Prüfungsvorbereitung, die Durchführung und Benotung der Prüfung gelten laut dem Formular als „abgegolten“. Meist muss das Honorar noch versteuert werden und ist u.U. sozialabgabenpflichtig. Selbst bei einer Minimal-Kalkulation der zu investierenden Arbeitsstunden ist das pro Stunde weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn.

Forderungen des Bündnis Lehrbeauftragte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Das Bündnis Lehrbeauftragte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena tritt für eine faire Behandlung von Lehrbeauftragten im akademischen System ein. Wir fordern daher:

•   eine deutliche Erhöhung des Honorars, mindestens aber 3.000 € pro Veranstaltung und Semester

•   ein transparentes Verfahren der Vergabe von Lehraufträgen, keine spontane Rücknahme von Lehraufträgen, mehr mittelfristige Planbarkeit für Lehrbeauftragte!

•   Teilhabe der Lehrbeauftragten an den gegebenen Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Selbstverwaltungsgremien der Thüringer Hochschulen

•   die Reduktion der unbezahlten Titellehre für Privatdozierende von 2 auf 1 SWS 

Die Arbeit der Lehrbeauftragten ist im gegenwärtigen Hochschulsystem unerlässlich, um den Studierenden ein vielfältiges, qualitativ hochwertiges und abwechslungsreiches Lehrangebot zu bieten. Doch die Vergabe der Lehraufträge und der Umgang mit diesen ist in vielen Fällen von Ungewissheit und Intransparenz geprägt. Der Gruppe der Lehrbeauftragten fehlt die institutionelle Verankerung und sie hat somit keine Stimme. Wir fordern daher eine gerechte Arbeitssituation von Lehrbeauftragen an Thüringer Hochschulen!


Wie wird die Petition begründet?

Viele Lehrbeauftragte sind Doktorand*innen und junge Wissenschaftler*innen, die ohnehin ökonomisch prekär leben. Ihre Hoffnung auf eine Karriere in der Wissenschaft und unsere Leidenschaft für die Lehre wird ausgenutzt, um die Ausbildung der Studierenden zu Dumping-Löhnen gewährleisten zu können. Als Lehrbeauftragte an der FSU Jena sind wir nicht mehr bereit dies hinzunehmen. 

Lehrbeauftragte haben an den Hochschulen kein eigenes Gremium, in dem ihre Angelegenheiten berücksichtigt werden. Erfahrungen zeigen, dass die prekäre Situation der Lehrbeauftragten vernachlässigt oder beschönigt wird. Es wird Zeit, den Lehrbeauftragten an der Hochschule eine Stimme zu geben.

Gegen Dumpingwissenschaft!

Für mehr Transparenz, Teilhabe und Respekt!

 Gute Lehre braucht gute Arbeitsbedingungen!

Verteilung der digitalen Mitzeichnungen