Das Thüringer Landesprogramm zur Förderung des Reparaturbonus war ein bundesweiter Vorreiter und ein Vorbild zur Vermeidung von Elektroschrott, zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und zur finanziellen Entlastung von Bürgerinnen und Bürger sowie lokalen Werkstätten. In Thüringen gibt es mindestens 16 Repair Cafes, darunter in Bad Salzungen, Eisenberg, Erfurt, Gera, Gotha, Greiz, Hildburghausen, Ilmenau, Jena, Leinefelde, Meiningen, Nordhausen, Sömmerda, Weimar und Zella-Mehlis. Dieses flächendeckende Programm einzustellen wäre ein sozialer und ökologischer Fehler, dabei außerdem ein Verrat an den Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Laut dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration wurden durch das Programm circa 100 Tonnen Elektroschrott und 1000 Tonnen CO2 jährlich einspart. Außerdem erfreut es sich breiter Beliebtheit, der Reparaturbonus ist der Hälfte der Thüringerinnen und Thüringer bekannt und 78% würden ihn bei Bedarf in Anspruch nehmen. Der Topf für den Reparaturbonus war in den letzten Jahren ausgeschöpft und wurde teilweise sogar erhöht. Aus diesen genannten Gründen muss die Entscheidung des Ministeriums grundlegend in Frage gestellt werden. Seit 2021 wurden 50.000 Geräte repariert und circa 10.000 Anträge jährlich berücksichtigt. Zusätzlich trug das Programm zur regionalen Wirtschaft bei, mit einem Gesamtumsatz von 5,45 Mio Euro und einer Rückerstattung von 2,29 Mio Euro an Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Reparaturbonus ist ein stark genutztes und nachweislich erfolgreiches Programm. Thüringen kann nicht die Verantwortung dem Bund zu schieben und abwarten. Die Begründung, dass der Bund nun etwas adäquates fördern sollte, während keinerlei Initiativen in diesem Bereich auf Bundesebene stattfinden, ist unseriös. Die Landesregierung sollte Fortschritte und nicht Rückschritte auf den Weg bringen.