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Thüringenkolleg erhalten - Chancengleichheit sichern!

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7 Mitzeichnungen
  • Bildung & Jugend
  • Gesamtthüringen
  • eingereicht von Marius Palm
    aus 99423 Weimar
  • veröffentlicht am 10.03.2026
  • noch 42 Tage mitzeichenbar

Welches Ziel hat die Petition?

Die Schließung des Thüringenkollegs als einzige staatliche und kostenfreie Einrichtung des zweiten Bildungswegs soll verhindert werden. Wir fordern, dass die Schulform Kolleg in Thüringen zur Erlangung der Fach- und Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg in Vollzeit erhalten bleibt.

Welche Entscheidung wird beanstandet?

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur vertreten durch den Staatssekretär Herrn Althaus hat im Februar 2026 verfügt, dass wir als Schule im Sommer 2026 keinen neuen Jahrgang (sog. Einführungsphase) mehr aufnehmen dürfen. Damit könnten ausschließlich die derzeitigen Kollegiatinnen und Kollegiaten bei uns ihr Abitur ablegen und das Kolleg müsste spätestens nach dem Abitur 2028 geschlossen werden.

In diesem Schreiben wird mit falschen Zahlen argumentiert: die Rede ist von 9 Absolventen letztes Schuljahr. Diese Zahl ist falsch: es waren 23 Schüler, die ein Abitur oder eine FH-Reife bei uns erlangt haben. Auch wird von einer Million Euro gesprochen, die das Kolleg im Jahr kostet. Diese Zahl ist für uns nicht nachvollziehbar.

Welche Behörde hat die Entscheidung getroffen?

Das Schreiben stammt vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur vertreten durch den Staatssekretär Herrn Althaus.

Wie wird die Petition begründet?

Das Thüringenkolleg Weimar ist die einzige Institution in ganz Thüringen, an der Erwachsene kostenlos ihr Abitur nachholen können. Die Volkshochschule ist keine Alternative, da dort Geld (ca. 1200 Euro pro Schuljahr!) bezahlt werden muss.

Unsere Kollegiaten kommen vermehrt aus nicht-akademischen Haushalten. Können diese bei uns weiterhin ihr Abitur ablegen, verbessert das die Chancengleichheit in Thüringen. Unsere Absolventen haben viele verschiedene Berufe ergriffen: Ärzte, Anwälte, Professoren und auch Lehrer und Schulleiter. Das Kolleg trägt also dazu bei, in Thüringen dringend benötigten Lehrernachwuchs und Fachkräfte zu generieren. Die Kosten für das Kolleg und den zweiten Bildungsweg sind somit Investitionen in die Zukunft.

Im Gegensatz zu Volkshochschulen bieten wir familienfreundliche Unterrichtszeiten und sind somit für jeden offen. Die Kollegiaten können fokussiert an ihrer schulischen Laufbahn arbeiten, ein Vollzeitbeschäftigung neben dem Abitur ist nicht gestattet. Das unterscheidet uns von anderen Institutionen des zweiten Bildungswegs in Thüringen: unsere Schüler sind Vollzeit-Schüler. Wir sind die Institution, die allen Menschen eine zweite Chance bietet. Es gibt zahlreiche Gründe, warum ein Abitur auf dem ersten Bildungsweg nicht erreicht wurde - viele sind nicht selbst verschuldet!

Unsere Kollegiaten kommen teilweise mit psychischen oder physischen Erkrankungen, Schulangst, Ausgrenzungserfahrungen durch Mobbing im Kindes- und Jugendalter, traumatischen Erfahrungen durch Trennungen, dem Verlust naher Angehöriger, Gewalterfahrungen, Fluchtgeschichten und daraus resultierenden Posttraumatischen Belastungsstörungen.

Ja, wir wissen: es herrscht Lehrermangel in Thüringen und auch an unserer Schule sind die Schülerzahlen unregelmäßig. Ein vom Lehrerkollegium der Schule ausformuliertes und dem Schulamt vorgelegtes Schulentwicklungskonzept wurde bisher nicht mit dem Kolleg besprochen. Wir werden nicht gehört, es wird über unsere Köpfe hinweg entschieden. Das ist undemokratisch! Ebenso wurde der Bildungsausschuss des Thüringer Landtags nicht über die drohende Schließung des Kollegs informiert.


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