Waldschutz ist Klimaschutz

eingereicht von: Kerstin Bärthel , 07629 St.Gangloff

Veröffentlicht am: 28.10.2019

Welches Ziel hat die Petition?

Änderung im Thüringer Waldgesetz §10.
Aufnahme:
7. Die Änderung der Nutzungsart ist für den Bau von Windenergieanlagen im Wald verboten!

Welche Entscheidung wird beanstandet?

Ausweisung von Windvorranggebieten im Wald.
Bau von Windenergieanlagen im Wald.

Welche Behörde hat diese Entscheidung getroffen?

Landtag Thüringen, Regionale Planungsgemeinschaften Thüringen, kommunale Ebene,

Wie wird die Petition begründet?

Ein Hektar Wald speichert pro Jahr über alle Altersklassen hinweg ca. 13 Tonnen CO2 durch Photosynthese. Im Rahmen der Photosynthese entnimmt der Baum das Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Die Formel hierfür lautet:
6CO2 + 12 H2O →Energie und Chlorophyll→C6H12O6(Traubenzucker) + 6 O2 (Sauerstoff) + 6 H2O (Wasser)
Der Traubenzucker wird wiederum vom Baum verwertet, so dass das Kohlendioxid in Form von Kohlenstoff (C) im Holzkörper gespeichert wird.
Der Wald ist Wassersammler, Wasserwerk und Wasserspeicher zugleich. Eine besondere Funktion im Wasserkreislauf spielt dabei der Waldboden. Mit seinen unzähligen Kanälen und Hohlräumen ist der Waldboden ein idealer Wasserspeicher. Im Waldboden bewegt sich das Wasser nur langsam durch die Humusauflage und die Schichten des Mineralbodens. Die Gänge, Hohlräume und Poren im Waldboden ermöglichen ein rasches Einsinken in den Waldboden und das Speichern großer Wassermengen. In das Grundwasser gelangt es erst, indem es langsam durch den Boden sickert So kann ein Hektar Waldboden bis zu drei Millionen Liter Wasser speichern und zurückhalten. Aus diesem Grund ist eine Versiegelung durch Fundamente, Straßen- und Leitungsbau tödlich für den Wald und gefährdet die Trinkwasserversorgung! Der Wald ist ein sehr vielschichtiges Zusammenwirken von Pflanzen, Tieren und Kleinlebewesen. Der Wald ist also mehr als nur eine Ansammlung von Bäumen verschiedener Größen und Wertstellungen. In Waldgebieten entsteht ein eigenes Klima und ein besonderer Boden, in dem pflanzliche Abfälle verrotten. Grundsätzlich ist in einem Waldgebiet die Luftfeuchtigkeit höher und die Temperaturen niedriger als in dem umliegenden Freiland. Im Wald wird Sauerstoff gebildet, den Menschen und Tiere zum Atmen, dass heißt zum Leben, benötigen. In unseren Wäldern leben sehr viele Tierarten, zum Beispiel 5200 Insektenarten, 350 Einzeller, 380 Wurmarten, 70 Landschnecken, 560 räuberische lebende Spinnentieren, 92 Säugetierarten (darunter 22 Fledermausarten), eine große Anzahl an Vogelarten usw..
Dies rechtfertigt nicht nur nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten (Klimaschutz, Wasserschutz, Naturschutz), sondern auch nach gesunden Menschenverstand den Wald unter den besonderen Schutz zu stellen und Windenergieanlagen im Wald gesetzlich zu verbieten!

Richtet sich die Petition auf die änderung eines Gesetzes? Wie und warum soll das Gesetz geändert werden?

Ja. Das Thüringer Waldgesetz muss schnellst möglich geändert werden! In das Thüringer Waldgesetz soll ein Verbot (ohne Ausnahme) über den Bau von Windenergieanlagen im Wald aufgenommen werden. Die Notwendigkeit der Gesetzesänderung wurde in der Begründung dieser Petition dargelegt.

Welche Rechtsbehelfe wurden in dieser Sache bereits eingereicht?

Einwendungen an die regionale Planungsgemeinschaft Ostthüringen zum Regionalplan,
Widerspruch an die Immissionsschutzbehörde des Saale-Holzland-Kreises
Widerspruch an das Landesverwaltungsamt Thüringen

Diese Petition wurde mitgezeichnet von:

  • Ralf Adam
    36466 Stadtlengsfeld
  • Kathrin Albrecht
    07629 Reichenbach
  • Sylvi Anders
    36457 Stadtlengsfeld
  • Gerhard Artinger
    22941 Bargteheide
  • Jörg Bachmann
    07646 Gneus
  • Kerstin Bachmann
    07629 St. Gangloff
  • Carolin Bauer
    07629 Sankt Gangloff
  • Katrin Bauer
    07629 St. Gangloff
Alle Mitzeichner