Änderung Prüfungen Besondere Leistungsfeststellung 2020

eingereicht von: Lydia Langer- Hälke , 99518 Bad Sulza

Veröffentlicht am: 04.05.2020

Welches Ziel hat die Petition?

Die BLF- Prüfungen der 10. Klassen der Gymnasien für 2020 sollten aufgrund der Schulschließungen im Zusammenhag mit der Coronakrise angepasst werden. Konkret sollten keine Prüfungen stattfinden. Es sollte das Zeugnis der 10. Klasse als Realabschluß im Gymnasialbereich anerkannt werden und damit analog zu anderen Bundesländern erfolgen.

Welche Entscheidung wird beanstandet?

Festhalten an Prüfungen 10. Klasse BLF im Gymnasialbereich ohne ausreichende Vorbereitung.

Welche Behörde hat diese Entscheidung getroffen?

Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Wie wird die Petition begründet?

Aufgrund der derzeitigen Situation, bei der die Schüler seit dem 16.04.2020 Teile des Lehrstoffes nur über Aufgaben in Heimarbeit bekommen haben, ist eine ausreichende Vorbereitung auf die BLF nicht möglich. Prüfungsrelevante Themen konnten aufgrund dessen nur unzureichend oder gar nicht wiederholt oder behandelt werden. Durch unterschiedliche Kommunikationsmöglichkeiten der Schulen mit den Schülern besteht ein sehr unterschiedliches Spektrum der behandelten Themen. Dadurch entsteht ein unterschiedliches Niveau der vermittelten Lerninhalte. Eine Chancengleichheit zur Absolvierung der Prüfungen ist somit nicht gegeben.

Richtet sich die Petition auf die änderung eines Gesetzes? Wie und warum soll das Gesetz geändert werden?

nein

Welche Rechtsbehelfe wurden in dieser Sache bereits eingereicht?

keine

Zwischenbericht

Die Petition ist am 4. Mai 2020 auf der Petitionsplattform des Thüringer Landtags veröffentlicht worden. In der sechswöchigen Mitzeichnungsphase bis zum 15. Juni 2020 wurde die Petition von 128 Mitzeichnern unterstützt. Damit wurde das für eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss notwendige Quorum von 1.500 Mitzeichnern nicht erreicht.

Der Petitionsausschuss wird die Petition in einer seiner nächsten Sitzungen inhaltlich beraten.

Abschlussbericht

Die Petition wurde am 4. Mai 2020 auf der Petitionsplattform veröffentlicht. In dem sechswöchigen Mitzeichnungszeitraum konnte die Petition dort 128 Mitzeichnungen verzeichnen. Da damit das in § 16 Abs. 1 Satz 2 Thüringer Petitionsgesetz festgesetzte Quorum von 1.500 Mitzeichnungen nicht erreicht wurde, hat der Petitionsausschuss von der Durchführung einer öffentlichen Anhörung abgesehen.

Im Zuge der abschließenden Beratung hat der Petitionsausschuss sowohl die Ausführungen der Petentin als auch eine vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport vorgelegte Stellungnahme berücksichtigt.

Im Ergebnis der Beratung im Petitionsausschuss bleibt nunmehr Folgendes festzustellen:

Aufgrund der am 15. April 2020 zwischen der Bundesregierung und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten getroffenen Vereinbarungen wurden die Schulen ab dem 4. Mai 2020 schrittweise wieder geöffnet. Vorrang hatten dabei die Klassenstufen, in denen Prüfungen durchgeführt werden, also auch die Klassenstufe 10 an allen Schulen.

Nach den Absprachen der Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder hatten die Vorbereitung und die Durchführung von Prüfungen höchste Priorität. In der Zeit zwischen Wiedereröffnung der Schulen und der jeweiligen Prüfung war deshalb der Unterricht in den Prüfungsfächern besonders bedeutsam. Dabei konnte es aus Gründen der Schulorganisation und des Infektionsschutzes sowohl Präsenzphasen als auch Phasen der häuslichen, individuellen Arbeit geben. Ebenso gab es wie in den vorangegangenen Schuljahren die Möglichkeiten zu individuellen Konsultationen.

Der Umfang der Besonderen Leistungsfeststellung wurde deutlich reduziert, es fanden nur zwei (Deutsch und Naturwissenschaften) statt vier Prüfungen (Deutsch, Mathematik, Naturwissen-schaften und Englisch) statt.

Nur für das Fach Deutsch gab es zentrale Aufgaben. Für die naturwissenschaftlichen Fächer lag die Verantwortung für die Erarbeitung der Prüfungsaufgaben bei der Schule, so dass der konkrete Stand der Vermittlung und Festigung der Lerninhalte unmittelbar berücksichtigt werden konnte.

Zudem wurde der Beginn Besonderen Leistungsfeststellungen um eine Woche verschoben, um die Vorbereitungszeit für die Schülerinnen und Schüler etwas zu verlängern.

Der Petitionsausschuss geht aufgrund der dargestellten Maßnahmen davon aus, dass es nicht zu einer Benachteiligung der Schülerinnen und Schüler gekommen ist.

Mit den vorgenannten Informationen wurde das Petitionsverfahren abgeschlossen.