Zurzeit haben nur die Ortschaft Neudietendorf und als nächstes Sülzenbrücken einen Anschluss. Da die Bahnlinie die Ortschaft Apfelstädt unmittelbar durchquert, liegt es nahe, dort auch einen direkten Zugang zu den Zügen zu ermöglichen, zumal ein weiteres Aufwachsen das Standortes erwartet wird. Damit ist die Neuerrichtung eines Bahnhaltes (Bedarfshalt) nicht nur sinnvoll, sondern angesichts der gegebenen und perspektivischen Umfeldbedingungen geradezu erforderlich.
Konkret leitet sich diese Notwendigkeit aus folgenden Gesichtspunkten ab:
- Die Anwohner in der Ortslage Apfelstädt müssen mit Einschränkungen ihrer Lebensqualität leben (lange Wartezeiten am Bahnübergang, Lärm und Schmutzbelastung), ohne von der Infrastruktur zu profitieren. Eine Teilhabe an der öffentlichen Infrastruktur ist nicht gegeben. Eine Anbindung durch einen Bedarfshalt würde die Akzeptanz stärken.
- In vielen Gesprächen mit der örtlichen Wirtschaft (Fiege, Hörmann, Best Western Hotel) wurde der Wunsch nach einem Bahnhalt geäußert und auch begründet.
- Die Fa. Fiege arbeitet, gerade in Spitzenzeiten, vermehrt mit studentischen Aushilfskräften aus dem Raum Arnstadt und Gotha, diese haben zumeist kein Auto und können somit die Jobangebote nur eingeschränkt nutzen.
- Die Fa. Hörmann betreibt in Apfelstädt ihr deutschlandweites Ausbildungszentrum und hat dadurch ein durchgehend umfangreiches Fernpendleraufkommen aus dem gesamten Bundesgebiet.
- Das Best Western Hotel verspricht sich von diesem Bahnhaltepunkt eine bessere Personalaquise, da es kaum möglich ist Personale aus Erfurt und Umgebung zu generieren, wenn diese ein Auto besitzen müssen. (Geteilte Schichten, Mindestlohn etc.). Zusätzlich würden sich mit dem Haltepunkt die Standortattraktivität wie auch die touristisch relevanten Umfeldfaktoren der Gemeinde signifikant verbessern, weil die dann stark verbesserte Erreichbarkeit zusätzliche Potenziale erschließt.
- In Apfelstädt ist eine Seniorenresidenz ansässig. Da an Sonntagen keine Busse verkehren, haben Angehörige oft keine Möglichkeit an diesen Tagen Besuche durchzuführen.
- Ebenso liegen im Ortsteil Apfelstädt Außenstellen des von Bülow Gymnasiums. Unterrichtszeiten können nicht immer dem Busfahrplan angepasst werden. Dies führt zu oft gefährlichen Situationen im Straßenverkehr, gerade in der dunklen Jahreszeit. Wenn Schüler aus dem Großraum Gotha, Arnstadt und Erfurt ihren Schulstandort in Apfelstädt direkt mit der Bahn erreichen könnten, würde diese Situation entschärft werden können.
- Allgemein wird darauf verwiesen, dass viele Gewerbetreibenden mit ehemaligen Asylbewerbern arbeiten und aus diesem Kreis Arbeitskräfte gewinnen. (Übernahme von ehemaligen Mitarbeitern von Zalando) Da dieser Personenkreis oftmals kein Auto besitzt, wird hierdurch eine Jobannahme in unserer Gemeinde erschwert.
Fazit: Ein Bahn-Haltepunkt Apfelstädt würde nachhaltig wirkende Effekte auslösen und nach sich ziehen. Eine Entwicklung des Modal Split zugunsten des öffentlichen Nahverkehrs würde den Klimaschutz verbessern, den Parkdruck durch den motorisierten Individualverkehr verringern, die Verkehrssicherheit erhöhen sowie die Standortqualität und Zukunftsfähigkeit der Gemeinde und deren Wohn- und Gewerbeflächen stärken.