Ausgangslage
Jena ist einer der wichtigsten Wissenschafts-, Hochschul- und Wirtschaftsstandorte Thüringens. Die Stadt wächst seit Jahren und besitzt eine hohe Bedeutung für Forschung, Bildung, Gesundheitsversorgung und Industrie.
Gleichzeitig verfügt Jena über mehrere wichtige Bahnhöfe mit unterschiedlichen Funktionen:
Jena Paradies als zentraler Fernverkehrshalt,
Jena-Göschwitz als Kreuzungspunkt wichtiger Bahnstrecken,
Jena West als bedeutender Bahnhof an der Ost-West-Achse zwischen Weimar und Gera.
Trotz dieser Infrastruktur fehlt bislang eine umfassende strategische Weiterentwicklung des gesamten Bahnknotens.
Stärkung des Bahnknotens Jena
Geprüft werden sollen:
eine bessere Verknüpfung der Bahnhöfe innerhalb Jenas,
die Stärkung des Bahnhofs Jena West,
die weitere Entwicklung von Jena-Göschwitz als leistungsfähigem Verkehrsknoten,
zusätzliche Haltepunkte im Stadtgebiet,
verbesserte Umsteigemöglichkeiten zwischen Regional-, Fern- und Nahverkehr,
neue Gleisverbindungen oder alternative Infrastrukturmaßnahmen zur besseren Vernetzung des Bahnknotens.
Dabei sollen sowohl oberirdische als auch unterirdische Varianten ergebnisoffen untersucht werden.
Neue Schienenverbindung Jena – Eisenberg – Zeitz
Der Saale-Holzland-Kreis verfügt mit Eisenberg über ein bedeutendes Mittelzentrum ohne direkten Bahnanschluss.
Gleichzeitig bestehen zwischen Jena, Eisenberg, Zeitz und dem mitteldeutschen Wirtschaftsraum enge wirtschaftliche und gesellschaftliche Beziehungen.
Daher soll geprüft werden:
ob eine Reaktivierung historischer Bahntrassen möglich ist,
ob ein Neubau einer Schienenverbindung wirtschaftlich sinnvoll sein kann,
welche Fahrgastpotenziale bestehen,
welche Vorteile für Pendler, Studierende und Unternehmen entstehen könnten.
Entlastung bestehender Bahnstrecken
Die bestehenden Bahnverbindungen zwischen Leipzig, Zeitz und Gera sowie die Verbindungen zwischen Jena, Weimar und Naumburg werden von zahlreichen Pendlern genutzt.
Deshalb soll untersucht werden:
ob zusätzliche Schienenachsen zur Entlastung bestehender Strecken beitragen können,
wie sich Fahrgastströme besser verteilen lassen,
wie zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden können,
welche neuen Direktverbindungen möglich sind.
Wohnraum, Studium und Arbeitsplätze
Jena verfügt über einen angespannten Wohnungsmarkt.
Eine bessere regionale Bahnanbindung könnte dazu beitragen:
den Wohnraummarkt zu entlasten,
das Umland besser an den Hochschulstandort Jena anzubinden,
Studierenden zusätzliche Wohnortoptionen zu eröffnen,
Fachkräften den Zugang zu Arbeitsplätzen zu erleichtern,
den Individualverkehr zu reduzieren.
Insbesondere könnten Regionen wie Eisenberg, Zeitz und weitere Orte entlang möglicher neuer Bahnverbindungen von einer verbesserten Erreichbarkeit profitieren.
Perspektive Mitteldeutscher S-Bahn-Raum
Langfristig soll untersucht werden, ob neue Regionalbahn- oder S-Bahn-ähnliche Angebote zwischen Jena, Eisenberg, Zeitz und Leipzig geschaffen werden können.
Dies könnte die Zusammenarbeit zwischen Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen stärken und neue Mobilitätsangebote für Bürgerinnen und Bürger schaffen.
Rechtliche Grundlagen
Diese Petition stützt sich auf:
Artikel 17 des Grundgesetzes (Petitionsrecht),
Artikel 14 der Verfassung des Freistaats Thüringen,
das Allgemeine Eisenbahngesetz (AEG),
die Ziele des Bundes-Klimaschutzgesetzes,
die Mobilitäts- und Infrastrukturziele des Freistaats Thüringen,
die Förderung eines leistungsfähigen, nachhaltigen und barrierefreien öffentlichen Verkehrs.
Forderung
Der Thüringer Landtag wird aufgefordert, die notwendigen Untersuchungen und Machbarkeitsstudien für den Bahnknoten Jena sowie für mögliche neue Schienenverbindungen Richtung Eisenberg und Zeitz einzuleiten und die Ergebnisse öffentlich vorzulegen.
Ziel ist eine langfristige Stärkung des Schienenverkehrs, der regionalen Entwicklung und der Mobilität der Bürgerinnen und Bürger in Ostthüringen.