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Diabetes-Prävention in Thüringen stärken - Für eine Gesundheitsabgabe auf zuckerhaltige Produkte & konsequente landeseigene Präventionsmaßnahmen

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  • Familien, Gesundheit & Soziales
  • Keine Region
  • eingereicht von Dr. Klaus-D. Warz
    aus 99084 Erfurt
  • veröffentlicht am 23.04.2026
  • noch 42 Tage mitzeichenbar

Welches Ziel hat die Petition?

Ziel der Petition ist es, den Freistaat Thüringen zu konkreten und wirksamen Maßnahmen zur Diabetes- und Adipositasprävention zu bewegen.

Insbesondere fordern wir:

  1. Eine Bundesratsinitiative zur Einführung einer bundesweiten Gesundheitsabgabe auf stark zuckerhaltige Produkte (z. B. > 5 g Zucker/100 ml bei Getränken).
  2. Die verbindliche Einführung zuckerarmer Standards für Schul- und Kitaessen in Thüringen.
  3. Den Ausbau landeseigener Präventionsprogramme gegen Typ-2-Diabetes und Adipositas.
  4. Eine Stärkung der Ernährungsbildung im Lehrplan.
  5. Ein landesweites Monitoring zu Diabetes- und Adipositasdaten.
  6. Eine konsequentere Regulierung der Kinderwerbung für stark zuckerhaltige Produkte.

Ziel ist eine nachhaltige Senkung des Zuckerkonsums, eine Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit sowie eine langfristige Entlastung des Gesundheitssystems.

Welche Entscheidung wird beanstandet?

Beanstandet wird die politische Ablehnung einer wirksamen Lenkungsabgabe auf stark zuckerhaltige Produkte trotz eindeutiger wissenschaftlicher Evidenz.

Konkret wurde auf dem CDU-Parteitag am 22.02.2026 eine entsprechende Initiative gegen eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Produkte abgelehnt.

Diese Entscheidung steht im Widerspruch zu:

  • aktuellen medizinischen Erkenntnissen,
  • internationalen Erfahrungen,
  • Empfehlungen führender Fachgesellschaften,
  • sowie der dramatischen Entwicklung von Diabetes- und Adipositaszahlen.

Darüber hinaus wird beanstandet, dass bislang überwiegend auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie gesetzt wurde, obwohl die Nationale Reduktionsstrategie des Bundes seit 2019 nur begrenzte Effekte gezeigt hat.

Welche Behörde hat die Entscheidung getroffen?

Die politische Positionierung erfolgte im Rahmen eines Parteitagsbeschlusses der CDU Thüringen.

Zuständig für gesundheitspolitische Landesmaßnahmen und mögliche Bundesratsinitiativen ist jedoch die Landesregierung des Freistaats Thüringen, vertreten durch:

  • den Thüringer Landtag 
  • sowie das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie 

An diese Institutionen richtet sich die Petition ausdrücklich.

Wie wird die Petition begründet?

Die Zahl der Menschen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas steigt in Thüringen seit Jahren kontinuierlich. Besonders betroffen sind Kinder, Jugendliche und sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Übermäßiger Zuckerkonsum gilt als einer der zentralen Risikofaktoren. Der durchschnittliche tägliche Zuckerkonsum in Deutschland liegt mit rund 90 Gramm deutlich über den Empfehlungen der World Health Organization.

Freiwillige Selbstverpflichtungen der Lebensmittelindustrie im Rahmen der Nationalen Reduktionsstrategie zeigen bislang keine ausreichende Wirkung. Trotz klarer wissenschaftlicher Evidenz wurde eine wirksame Lenkungsmaßnahme – wie eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Produkte – politisch abgelehnt.

Internationale Erfahrungen belegen jedoch eindeutig: Gesundheitsabgaben auf zuckerhaltige Getränke führen zu einer deutlichen Reduktion des Zuckergehalts, zu sinkendem Konsum und zu positiven gesundheitlichen Effekten – insbesondere bei einkommensschwachen Haushalten.

Diabetes ist kein individuelles Versagen, sondern ein strukturelles Präventionsproblem. Prävention darf nicht allein der Eigenverantwortung überlassen werden, wenn Marktmechanismen und aggressive Vermarktung insbesondere Kinder und Jugendliche beeinflussen.

Eine zweckgebundene Gesundheitsabgabe verbindet gesundheitspolitische Lenkung mit sozialer Investition. Sie ermöglicht:

  • die Finanzierung gesunder Schul- und Kitaernährung
  • den Ausbau von Präventions- und Bildungsprogrammen
  • die gezielte Unterstützung benachteiligter Familien
  • eine langfristige Entlastung des Gesundheitssystems

Der Freistaat Thüringen steht in der Verantwortung, wirksame, evidenzbasierte Maßnahmen zur Gesundheitsförderung umzusetzen und gesundheitliche Chancengleichheit zu stärken.

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