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Diabetes-Prävention in Thüringen stärken - Für eine Gesundheitsabgabe auf zuckerhaltige Produkte & konsequente landeseigene Präventionsmaßnahmen

In Beratung
27 Mitzeichnungen
  • Familien, Gesundheit & Soziales
  • Keine Region
  • eingereicht von Dr. Klaus-D. Warz
    aus 99084 Erfurt
  • veröffentlicht am 23.04.2026
  • 05.06.2026
    Statusänderung zu In Beratung
  • 01.06.2026
    ZUCKERSTEUER: JETZT DIE CHANCE FÜR ECHTE PRÄVENTION NUTZEN

    Diabetes-Selbsthilfe fordert: Einnahmen müssen Kindern, Prävention und Ehrenamt zugutekommen

    Die Bundesregierung hat im April 2026 die Einführung einer gestaffelten Abgabe auf zuckergesüßte Getränke beschlossen. Ab 2028 sollen Hersteller je nach Zuckergehalt zwischen 26 und 32 Cent pro Liter zahlen. Ziel ist es, den Konsum stark zuckerhaltiger Getränke zu reduzieren und langfristig Gesundheitskosten zu senken.

    Die Diabetes-Selbsthilfe begrüßt diesen Schritt ausdrücklich. Gleichzeitig sehen wir erheblichen Nachbesserungsbedarf bei der geplanten Verwendung der erwarteten Steuereinnahmen von rund 450 Millionen Euro jährlich.

    Prävention statt Stopfen von Haushaltslöchern

    Nach aktuellem Stand sollen die Einnahmen vor allem zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung genutzt werden. Aus Sicht der Diabetes- und Adipositas-Selbsthilfe greift das deutlich zu kurz.

    Die Mittel dürfen nicht zum Stopfen von Krankenkassenlöchern oder allgemeinen Haushaltsdefiziten verwendet werden. Sie müssen dort ankommen, wo Gesundheitsprobleme entstehen – bei Kindern und Jugendlichen.

    Deutschland erlebt seit Jahren einen deutlichen Anstieg von Diabetes und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Gleichzeitig fehlen flächendeckende Präventionsangebote in Kitas und Schulen. Dabei existieren seit Jahren bewährte Konzepte der Selbsthilfe, die jedoch häufig an fehlender Finanzierung scheitern.

    Selbsthilfe und Ehrenamt stärken

    Selbsthilfegruppen leisten seit Jahrzehnten wertvolle Arbeit – oft ehrenamtlich und mit großem persönlichem Einsatz. Sie informieren, begleiten Betroffene und organisieren Präventionsangebote direkt vor Ort.

    Gerade im Bereich Diabetes und Adipositas verfügen Selbsthilfeorganisationen über umfangreiche Erfahrungen in der Aufklärung von Kindern, Jugendlichen und Familien. Projekte zur Ernährungsbildung, Bewegungsförderung und Gesundheitskompetenz liegen vielerorts bereits fertig vor.

    Damit diese Angebote dauerhaft und professionell umgesetzt werden können, braucht die Selbsthilfe jedoch verlässliche Strukturen und finanzielle Unterstützung.

    Professionalisierung ist längst überfällig

    Die Diabetes-Selbsthilfe fordert deshalb, einen festen Anteil der Einnahmen aus der Zuckersteuer für die Professionalisierung der Selbsthilfe bereitzustellen.

    Dazu gehören insbesondere:

    • Schulungs- und Präventionsprogramme in Kitas und Schulen
    • Finanzierung hauptamtlicher Koordinationsstellen
    • Qualifizierung von Ehrenamtlichen
    • Ausbau von Beratungsangeboten für Familien
    • Einsatz von Ernährungsberatern, Sporttherapeuten und Coping-Experten
    • Förderung regionaler Netzwerke zur Gesundheitsprävention

    Das Präventionsgesetz bietet bereits heute Möglichkeiten, entsprechende Maßnahmen über die Krankenkassen zu fördern. Diese Spielräume müssen jetzt konsequent genutzt werden.

    Politische Unterstützung wächst

    Die Diskussion ist inzwischen auch in der Thüringer Landespolitik angekommen. Auf Anfrage der Diabetes-Selbsthilfe signalisierte die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, das Thema in einer der nächsten Landtagssitzungen aufzugreifen. Unterstützung kommt ebenfalls aus der Fraktion Die Linke.

    Gemeinsam soll erreicht werden, dass die Verwendung der Mittel aus der Zuckersteuer stärker an konkrete Präventionsziele gebunden wird – insbesondere an Maßnahmen für Kinder und Jugendliche sowie an die Stärkung der Selbsthilfe.

    Kritischer Blick auf Ausnahmeregelungen

    Kritisch bewertet die Diabetes-Selbsthilfe außerdem die Ausnahmen bei der Zuckersteuer. So bleiben unter anderem 100-Prozent-Fruchtsäfte von der Abgabe ausgenommen, obwohl auch sie große Mengen „flüssigen Zuckers“ enthalten und zu erhöhtem Kalorienkonsum beitragen können.

    Auch die langfristigen Auswirkungen künstlicher Süßstoffe auf Darmflora und Stoffwechsel sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Hier braucht es weitere unabhängige Forschung und eine ehrliche Verbraucheraufklärung.

    Jetzt ist der richtige Moment

    Das Gesetzgebungsverfahren zur Zuckersteuer läuft noch. Genau jetzt besteht die Möglichkeit, Einfluss auf die konkrete Ausgestaltung zu nehmen.

    Die Diabetes-Selbsthilfe Thüringen setzt sich deshalb gemeinsam mit Fachgesellschaften und politischen Partnern dafür ein, dass die Einnahmen aus der Zuckersteuer nicht nur der Finanzierung des Gesundheitssystems dienen, sondern direkt in Prävention, Gesundheitsbildung und die Stärkung der Selbsthilfe investiert werden.

    Denn echte Gesundheitsvorsorge beginnt nicht erst in der Klinik – sondern bei unseren Kindern, in Schulen, Familien und im Alltag.

  • 23.04.2026
    Statusänderung zu Mitzeichnen