Thüringen verzeichnet hunderte unbesetzte Lehrerstellen und massiven Unterrichtsausfall. Dennoch blockiert die aktuelle Verwaltungspraxis den Zugang qualifizierter Bewerber durch ineffiziente Abläufe:
- Unverhältnismäßige Bearbeitungszeiten: Berichten von Fachberatungsstellen (z. B. Netzwerk IQ) zufolge liegt die Bearbeitungszeit für Anerkennungsverfahren aktuell bei bis zu zwei Jahren. In Zeiten eines akuten Bildungsnotstands ist eine derartige Verzögerung nicht vermittelbar.
- Strukturelle Untätigkeit: Eigene Erfahrungen belegen das Systemversagen: Selbst zwei Monate nach Einreichung vollständiger Unterlagen erfolgt oft keinerlei Eingangsbestätigung oder erste Sichtung. Qualifizierte Fachkräfte (u. a. aus Drittstaaten wie den Philippinen) geben aufgrund dieser jahrelangen Ungewissheit ihren Berufswunsch in Thüringen auf.
- Veraltete Dokumentenanforderungen: Während die bundesweite Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) Dokumente in Weltsprachen wie Englisch im Original akzeptiert, beharrt die thüringische Verwaltung auf kostenintensiven deutschen Beglaubigungen. Diese Doppelstrukturen schrecken internationale Fachkräfte ab und verzögern den Arbeitsantritt unnötig.
Forderungen:
Es geht nicht primär um Personalaufstockung, sondern um die Optimierung der Prozesse:
- Standardisierung: Anerkennung von englischsprachigen Originaldokumenten analog zu den Standards der ZAB (Bonn).
- Fristeneinhaltung: Sicherstellung einer Entscheidung innerhalb der gesetzlichen Drei-Monats-Frist (§ 75 VwGO).
- Transparenz: Veröffentlichung der aktuellen durchschnittlichen Bearbeitungszeiten für die verschiedenen Referate.
Thüringen kann es sich nicht leisten, integrationswillige und hochqualifizierte Lehrkräfte durch bürokratische Trägheit zu verlieren, während der Unterrichtsausfall an den Schulen dramatische Ausmaße annimmt.