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Meiningen - Ein Wäldchen in Not, der Strupp-Wald in Gefahr

Teaserbild der Petition
In Beratung
1117 Mitzeichnungen
  • Landwirtschaft & Forsten, Umwelt & Naturschutz
  • Keine Region
  • eingereicht von Katrin Luck
    aus 98617 Meiningen
  • veröffentlicht am 20.10.2022

Welches Ziel hat die Petition?

Sofortiger Rodungsstopp und Neuaufforstung im "Strupp-Wald" in Meiningen.

Klimaschutz und Erhaltung der biologischen Vielfalt muss im Vordergrund bei behördlichen Entscheidungen stehen, gerade für eine grüne Stadt wie Meiningen. Eine Rodung und Bebauung hätte nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt, da unsere Bäume und Wälder essentiell für das Klima verantwortlich sind. Je mehr Bäume es gibt, desto mehr CO2 kann folglich gebunden werden.

Welche Entscheidung wird beanstandet?

Qualifizierter Bebauungsplan Nr. 44 "Unterer Panoramaweg", der Stadt Meiningen

Welche Behörde hat die Entscheidung getroffen?

Bauamt Stadt Meiningen

Wie wird die Petition begründet?

Dieses Waldgebiet war zu DDR Zeiten Naturschutzgebiet. Seine Artenvielfalt ist für den Meininger Wald bezeichnend. So Ist sogar das Waldgebiet direkt neben dem Strupp-Wald als Vogelschutzgebiet gekennzeichnet. Bekanntlich lassen sich Vögel nicht durch Grenzen zu Naturschutzgebieten aufhalten und werden sicherlich auch im Strupp-Wald nisten und leben. Desweiteren existieren in diesem Wald Tiere die unter Naturschutz/Artenschutz stehen. Einige der zu schützenden Tiere und Bewohner dieses Waldes sind Fledermäuse, schwarze Holzbiene, Erdkröte, Bergmolch, Eulen und Spechte, das europäische Eichhörnchen und die Schlingnatter. Die Schlingnatter lebt zwar nur am Waldrand, benötigt jedoch auch den Wald zum Überleben. Ein Baum mit dem Kobel eines Eichhörnchens fiel bereits der Kettensäge zum Opfer. Wir sehen in diesem Fall einen Verstoß gegen das Artenschutzgesetz.

Im Flächennutzungsplan ist dieses Gebiet als Waldgebiet ausgeschrieben und er fällt somit unter das Waldgesetz und nicht unter die Baumsatzung der Stadt Meiningen. Dies bedeutet auch, dass die Hürden für eine Rodung sehr hoch sind. Dennoch wurde hier im Frühjahr 2018 bis Frühjahr 2021 eine etwa 100 Meter lange und 4 Meter breite Schneise als Zufahrt zur Bebauung eines Grundstückes am "Unteren Panoramaweg" eingeschlagen und mit Frostschutz befestigt. Den Wald hat ein Immobilienmakler erworben. Der Bauantrag für 3 Baugrundstücke am "Unteren Panoramaweg" liegt der Stadtverwaltung vor. Wir befürchten, dass es weitere werden und der Wald dann komplett abgerodet wird, wenn dem nicht Einhalt geboten wird. Desweiteren erschließt sich uns nicht, warum die Zufahrt zum straßenangeschlossenen Bauort durch den Wald führen sollte? Nach Aussage des Forstamtsleiters Herr Marbach im Meininger Tageblatt am 13. Januar 2018 müsste bei einer Bebauung am "Unteren Panoramaweg" von den Flurstücken ein 30 Meter Abstand zur angrenzenden Waldfläche geschaffen werden. Dies käme einer Rodung des Strupp-Waldes gleich.

Bisherige Bauanfragen bauwilliger Bürger zu DDR Zeiten, wurden von der Stadt Meiningen mit der Begründung abgelehnt, dass bei einer Bebauung die Gefahr des Absinkens des Grundwasserspiegels bestünde. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum dies jetzt nicht mehr relevant ist und der Wald ausgerechnet an einen Immobilienmakler verkauft worden ist, welcher von Berufs wegen an Häusern und Grundstücken interessiert ist.

Dieser Wald dient vielen Bürgern der Stadt Meiningen und Wanderern aus dem Umland als Erholung. Hier ein Bauland entstehen zu lassen, stößt bei vielen Menschen auf Unverständnis und verärgert die Bürger der Stadt Meiningen.