Erhaltung des oberen Mühlgraben Vacha als Biotop und historisches Fließgewässer bishin zur Lohmühle in die Oechse mündend

eingereicht von: Sebastian Müller , 36404 Vacha

Veröffentlicht am: 29.03.2021

Welches Ziel hat die Petition?

Erhaltung des oberen Mühlgraben Vacha als Biotop und historisches Fließgewässer bishin zur Lohmühle in die Oechse mündend
Beigefügte Bilder zeigen den Verlauf des Mühlgrabens vom Abzweig der Oechse am Schwimmbad Vacha (Quelle) bis zu seiner Mündung in die Oechse an der Liebesinsel in Vacha, nahe Sportplatz. An dieser Stelle wurde einst die Lohmühle mit dem Wasser des Mühlgrabens betrieben. Seit nun fast 2 Jahren ist die Lohmühle in einer frisch sanierten Verfassung, also vor dem Verfall durch private Hände bewahrt, jedoch ohne vorbeiführendes Wasser des benannten Mühlgrabens! Ein Verlust und Nichtbetrieb des oberen Mühlgrabens in und schon aufgrund seiner historischen und nun ästhetischen Bedeutung für die Stadt Vacha, seit nun mittlerweile weit mehr als 600 Jahren (ersten Erwähnung 1362 Juni 9 (dy Richelins muln vor dem obirn tor tzu Vache gelegen) existiert haben! Diese Urkunde ist eingebunden in eine jüngere von 1377 Mai 29 (Hessischen Staatsarchiv Marburg Best. Urk. 75 Nr. 532 - https://arcinsys.hessen.de) kann so nicht einfach hingenommen werden.

Welche Entscheidung wird beanstandet?

An dem Bach Oechse in Vacha ist im Zuge einer EU-Maßnahme (Europäische Fonds für regionale Entwicklung EFRE mit folgendem Titel „Verbesserung der Durchgängigkeit der Gewässwerstruktur und des Wasserhaushalts / Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Oechse, 1 BA & 2. BA (noch in Ausführung) mit zahlreichen Umbauten erfolgt. Im Zuge der Renaturierung und des drastischen Umbaus der Oechse sind durch Nichtbetrieb und Austrocknung des von der Oechse gespeisten Mühlgrabens bereits zahlreiche Bäume zum Opfer gefallen. Während des Umbaus und Renaturierung der Oechse, ist Diese am Zufluss des Mühlgrabens vermutlich vertieft worden bzw. der Zufluss des Mühlgrabens so stark verändert worden, sodass selbst bei Hochwasser der Oechse kein Wasser von dem nun tieferen Niveau (neu nach Umbau durch o.g. Maßnahme) der Oechse in den nun höheren Mühlgraben fließen kann. Dies führte dazu, dass der Mühlgraben bereits seit fast zwei Jahren ohne fließendes Wasser gar austrocknet. Zum 01.02.2021 mussten aufgrund der nun nicht mehr betriebenen Mühlgrabens (Begründung siehe oben) zahlreiche verdorrte Bäume am Bachlauf des Mühlgrabens entfernt werden. Der Verlust der Bäume, ausgewachsener Erlen, ist nun leider im Kauf zu nehmen (Behebung Unfallgefahr). Die Bürger der Stadt Vacha wurden zum Thema Nichterhaltung des Mühlgrabens weder befragt, noch wurden Pläne zur Handhabung des Mühlgrabens vorveröffentlicht!
Es wird nochmals betont, der Verlust und Nichtbetrieb des Mühlgrabens mit seiner historischen Bedeutung für die Stadt Vacha von weit mehr als 600 Jahren kann so nicht einfach hingenommen werden. Einige geschichtliche Daten dazu:
Der Mühlgraben der Reichhofsmühle ist die dritte Ableitung von der Öchse. Der erste Mühlgraben begann im Bereich der Öchsebrücke (nach Ubach) und führte (räumlich vor dem Stadtgraben/Mauer entlang) bis zu der 1325 bezeugten Ziegelmühle (auch Schleif-, Klapperts- oder Hospitalmühle gen. - heute Parkplatz Vachwerk, 1984 abgebrochen). Dieser erste Mühlgraben existierte wahrscheinlich schon im 12. Jahrhundert. Heute verfüllt (Plan Küther, Anhang). Den zweiten Mühlgraben leitete man im Bereich der Lohmühle wohl im 13. Jh. ab. Er fließt heute durch den Tunnel, trieb die Zittermühle (Fam. Hess) und weitere Mühlen (Walkmühle 1382, Zuckmetzenmühle 1393) im Bereich des Gläschenbrunnen, und floß dann als "Bach" (1965 verfüllt) durch die Bachgasse (Gewerbewasser) um dann noch die Kirchhofsmühle (1432 erwähnt) anzutreiben, ehe er in den ersten Mühlgraben einmündete. Der dritte Mühlgraben ist eng mit der Reichhofsmühle verbunden. Die Mühle war ohne den Graben schlicht nicht zu betreiben. Er muss also bereits bei deren ersten Erwähnung 1362 Juni 9 (dy Richelins muln vor dem obirn tor tzu Vache gelegen) existiert haben! Diese Urkunde ist eingebunden in eine jüngere von 1377 Mai 29 (Hessischen Staatsarchiv Marburg Best. Urk. 75 Nr. 532 - https://arcinsys.hessen.de). Der dritte Mühlgraben trieb vor der Einmündung in den zweiten Mühlgraben zudem die Lohmühle (Anhang). Auch gab es eine Weiterleitung von Wasser von der Mühle (falls genug vorhanden) an das nahe Servitenkloster/Klosterkirche (1368 gegründet). Eine Karte des Hessischen Staatsarchives Marburg von 1781 zeigt die Situation um die Lohmühlen - mit der Reichhofsmühle. Der umgezeichnete Stadtplan von 1836 aus dem Werk von Waldemar Küther, Vacha und sein Servitenkloster 1971. Der Mühlgraben ist also weit mehr als 600 Jahre alt, und es wäre töricht, diesen historischen Mühlgraben ungenutzt und ungeachtet dessen eigentlicher Bestimmung in dessen eiderzeitgen Verfassung zu belassen. An einem solch seltenem Relikt des Mittelalters mit der dazugehörigen Lohmühle, sollte und darf die Stadt Vacha das Interesse nicht verlieren. Falls in irgendeiner Weise durch diese Petition die Erhaltung und der weitere Betrieb des Mühlgrabens als Fließgewässer möglich ist, wären einige wenn nicht zahlreiche Bürger der Stadt Vacha zum tiefsten Dank verpflichtet.

Welche Behörde hat diese Entscheidung getroffen?

Stadt Vacha und LRA Wartburgkreis

Wie wird die Petition begründet?

Seit nun fast 2 Jahren ist die Lohmühle in einer frisch sanierten Verfassung, also vor dem Verfall durch private Hände bewahrt, jedoch ohne vorbeiführendes Wasser des benannten Mühlgrabens! Ein Verlust und Nichtbetrieb des oberen Mühlgrabens in und schon aufgrund seiner historischen und nun ästhetischen Bedeutung für die Stadt Vacha, seit nun mittlerweile weit mehr als 600 Jahren (ersten Erwähnung 1362 Juni 9 (dy Richelins muln vor dem obirn tor tzu Vache gelegen) existiert haben! Diese Urkunde ist eingebunden in eine jüngere von 1377 Mai 29 (Hessischen Staatsarchiv Marburg Best. Urk. 75 Nr. 532 - https://arcinsys.hessen.de) kann so nicht einfach hingenommen werden.

Richtet sich die Petition auf die änderung eines Gesetzes? Wie und warum soll das Gesetz geändert werden?

nein

Welche Rechtsbehelfe wurden in dieser Sache bereits eingereicht?

keine

Diese Petition wurde mitgezeichnet von:

  • Andrea Bachmann
    36269 Philippsthal
  • Isabell Barnetzki
    99085 Erfurt
  • Maria Bauer
    07743 Jena
  • Torsten Berger
    07937 Zeulenroda
  • Simone Bieniek
    99423 Weimar
  • Maria Bräutigam
    01279 Dresden
  • Birgit Büchner
    07629 Reichenbach
  • Katharina Büchse
    07747 Jena
Alle Mitzeichner